King Orgasmus One – La Petite Mort 2 – Review

Bevor ich mich auf „La Petite Mort 2“ wie ein Brückenpenner auf ein 10 € Schein stürze, muss ich vorher noch „Die Nanny“ mimen, um einem gewissen Patrick die Leviten zu lesen.

Uri Geller, schmeiß deine Löffel weg, hier wirst du gleich Zeuge wie man ein menschliches Wesen namens Patrick, ohne große mentale Anstrengung verbiegt! Anleitungen dazu auf Anfrage.

Kurz nach der Veröffentlichung der dritten Kolumne, schrieb mich ein verärgerter, angeblicher Gefolgsmann (einer furchterregenden Familie aus Berlin) über ein allseits bekanntes Social Network an und fragte in dreister und respektloser Schreibweise, woher ich meine Motivation beziehe, talentfreie Rapper beharrlich zu demütigen und diesen unentwickelten Lebensformen die Existenzberechtigung zu entziehen. Meine kultivierten Leser, wisst ihr eigentlich wie viele Möchtegern-Jigsaws sich im World Wide Web herumtreiben und mir versuchen abgestandene Lebensweisheiten in den Schädel einzutrichtern? Ich nahm seine Zweifelhaftigkeit bedachtsam hin, mir war dementsprechend bewusst, dass sich dieser im Netz eingenistete Gehirntumor (namens Patrick), meiner baldigen Aufklärung mit zittrigen Stummelbeinchen entgegensah. So nutzte ich die Gunst des Augenblicks, hängte ein prachtvolles, Trojaner gebrandmarktes Foto an meine Email Antwort (Überschrift: Hello Bitch!) an und drückte zeremoniell auf das „Senden“ Button.

Drei….Zwei.…Eins – MEINS!

Nachdem die Datenübertragung von seinem Rechner auf meine externe Festplatte abgeschlossen war, gab das passwortgeschützte PDF Tagebuch seiner Verlobten bekannt, dass die heiß erwartete Nachgeburt, die in zwei Monaten das Licht der Welt erblickt, nachweislich vom Samen seines jüngsten Stiefbruders stammt.

Hier ein Zitat von ihr: „Liebes Tagebuch, heute ist der 28. Dezember 09. Ich habe etwas Schlimmes getan, weiß aber nicht wie ich es Patrick beichten kann. Sein Stiefbruder wird vielleicht auch nicht erfahren dass es wirklich sein Kind ist. Zeitpunkt der Zeugung spricht für Michael….und für seinen Schwanz….!“ WHAT THE FUCK?

Hallo Patrick, ich schaue mir gerade eure zahlreichen amateurhaften Videos auf meinem 55 Zoll HDTV an und rede nebenbei mit einem Arbeitskollegen von dir per Telefon. Weshalb verrichtest du dein flüssiges braunes Geschäft, das aus deinem haarigen Anus herauspulsiert auf den schwangeren Bauch deiner Angebeteten? Bemerkenswert ist, wie sie deine Manneskraft am 12. Februar diesen Jahres in ihrem Tagebuch beschreibt!

Hier ein Zitat von ihr: „Ich fühle nichts wenn er mich sticht, es kitzelt leicht, so ähnlich wie ein eingeführter Tampon. Ich hätte lieber doch etwas mit seinem gut bestückten Stiefbruder (Michael) anfangen sollen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, er bemüht sich mit seiner Vakuumpumpe so sehr, doch bisher sehe ich leider keine (großen) Ergebnisse.

UND JETZT ALLE ZUSAMMEN – “WHAT THE FUCK PATRICK”?

Ich wurde selten so unterhalten! Die ganzen Daten kannst du aber auch problemlos zurückerlangen! Durch mein werbewirksames Treiben, kostet eine randvolle 60 GB Festplatte mit deinen Daten, bei einer weltweit bekannten Versteigerungsplattform momentan nur 420 €! Dein Arbeitgeber hat schon großes Interesse an dem pornografischen Inhalt gezeigt und bietet deshalb fleißig mit. Den Erlös überweise ich dir selbstverständlich aufs Konto, wirst es bald bitter nötig haben. Der Bieter erhält noch eine von mir signierte Autogrammkarte und die Anschrift von Patrick. Ein unschlagbares Angebot, oder?

Schön dass ich fortdauernde Beziehungsprobleme durch mein ruhmwürdiges Handeln lösen durfte, immer wieder gern!

Jetzt frage ich dich Patrick, wer wurde gedemütigt? Möchtest du meinen Körper immer noch in „SAW“-Manier einem bestialischen Test unterziehen?

Ich bin John Cramer und dies ist ein Test für dich! Hör genau zu! Du hast sieben Tage um für deine Festplatte bei einer bekannten Versteigerungsplattform mit zu bieten. Wenn du den Test nicht bestehst, dann wandert die Festplatte und somit dein ganzes abartiges Leben in die Hände deines Arbeitgebers und da ich ihn von einer Gangbang Party von vor zwei Jahren kenne, werden eure häuslichen Sexspiele demnächst auf YouPorn ihre Runde drehen.

Fühlst du dich gedemütigt? 1,2,3 – Zerberster kommt vorbei, 4,5,6 – du schluckst, er fragt wie schmeckts?

Kommen wir zur Review, die womöglich nicht so erheiternd sein wird, oder vielleicht doch?!

La Petite Mort 2“ von King Orgasmus One

Der äußerst potente Pornodarsteller, Liebling aller stolzen Emanzen und erfolgreicher Dicktator (kein Schreibfehler) von „I Luv Money Records“ ist zweifelsohne einer dieser wenigen kontroversen Porno-Rappern, die einen unschätzbar wertvollen Teil ihrer Diskografie, dank der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Medien“ aus den Verkaufsregalen verbannen und einstampfen mussten. Kriegen wir bei solchen Zeilen nicht alle feuchte Augen?

Nach 15 veröffentlichten Solo-Alben und diversen Kollaborationen mit jeglichen Pörnchen Rappern des Landes, scheuchte „Scheich Manfred“, der in Prag auch „Dick & a Brain“ genannt wird, mit einer strammen Lederpeitsche bewaffnet, eine Handvoll relevanter Rapper wie Marteria, Farid Bang und Bass Sultan Hengzt um seine musikalische Baustelle „La Petite Mort 2“ zusammen und ließ den tapsigen Schäfchen ihre kreative Freiheit!

Auch wenn „La Petite Mort 2“, übersetzt „der kleine Tod“ zu etwa 70 Prozent aus mittelmäßig prunkvollen pornografischen Darbietungen gemeißelt ist, so würzt der Imbissbuden Kontrolleur, fein schmeckende Gesellschaftskritische Ansätze mit bildenden und gut ausgewählten Skits. Der O(h)rgasmus bleibt aber enttäuschenderweise aus, bestätigt jedoch meine Ansicht, dass auch unprivilegierte Porno-Rapper im Stande sind, in die Gebärmutter ihrer musikalischen Ergüsse einen kleinen Hauch von Kultur einzupflanzen.

Zitat aus dem Track „Chefetage“:

Moderne Sklaverei, jeder Chef kauft sich Menschen ein um arbeiten zu lassen, um Menschen zu beschatten, um sexuelle Vorlieben endlich mal zu machen!

Vor der Album Veröffentlichung hatte ich eine große Erwartungshaltung und auch wenn gelegentlich anschmiegsame Musikproduktionen, den arbeitswütigen Feature Schäfchen angenehme, überdurchschnittliche Parts entlocken konnten, so fehlt beim Gesamteindruck etwas bestimmtes! Es fehlt die Stimmenvielfalt, die dem Hörer abwechslungsreiche Gedankenbilder aus den Speakern in den Cerebullum (Kleinhirn) transportiert. Zwei gleich klingende Stimmlagen dürften bei einem Myspace Gangster Rapper noch zu verkraften sein, aber doch nicht bei einer gestandenen Untergrund Persönlichkeit eines Herrn Romeike. Entgegnet mir bitte nicht mit peinlichen Gegenargumenten wie „Es ist doch nur Pornorap“. Wer sich Rapper schimpft, sollte gefälligst Facettenreichtum auf einem Album vorweisen, oder gibt es da noch ein Schlupfloch für talentfreie Gospel Knaben? Stimmt, Huss & Hodn.

Ich schweife ab!

Das Nonplusultra auf „La Petite Mort 2“ ist zweifellos die gefühlvolle und herzerweichende Gesangseinlage von Don Sarracino auf dem Song „Mafia“. Auch wenn ich der türkischen Sprache nicht mächtig bin, so fühle ich eine in sich geschlossene Harmonie und genau das ist bei der Musik von größter Bedeutung. Großartig, wirklich!

Ich fordere die potenziellen Käufer auf, den käuflichen Erwerb schnellstmöglich zu vollziehen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass auch „La Petite Mort 2“ indiziert wird, ist meines Erachtens nach relativ groß.

Vor zwei Tagen schaute ich mir SAW VI auf DVD an und empfand diesen Streifen als genial durchdacht aber nicht für Jugendliche unter 18 Jahren geeignet. Auf der DVD stand dieser vielsagende Satz:

SPIO JK geprüft: „Keine schwere Jugendgefährdung“!

Verstehe ich das jetzt richtig? Harmlose Deutschrap Alben verbieten, den Künstlern durch Album-Indizierung den Broterwerb erschweren aber äußerst brutalen Kinofilmen „keine schwere Jugendgefährdung“ aufweisen?

Lasst euch das durch den Kopf gehen, aber nicht unter 9 Millimeter!

Favorisierter Track: Mafia feat. Don Sarracino


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